Fehlervermeidung im Umgang mit Desinfektionsmitteln
Dolstra Beratung
Hygiene und Reinigung

Worauf muss beim Umgang mit Desinfektionsmitteln geachtet werden, um Fehlerquellen zu vermeiden.

Umgang mit Desinfektionsmitteln

  • „Durch Unterdosierung können Mikroorganismen Resistenzen gegenüber dem Desinfektionsmittel entwickeln, oder es werden nicht alle Krankheitserreger abgetötet.
  • Bei einer Überdosierung kann es zur Bildung von Schmierfilmen auf der Fläche bzw. zu Materialunverträglichkeiten kommen. Außerdem ist dies unwirtschaftlich und umweltbelastend.
  • Desinfektionsmittel sind grundsätzlich mit kaltem Wasser anzusetzen (kein warmes bzw. heißes Wasser verwenden).
  • Auf stark verschmutzten Oberflächen ist die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels geringer, daher immer erst starke Verunreinigungen entfernen.
  • Nach Ablauf des Verfallsdatums ist das Desinfektionsmittel nicht mehr zu verwenden.“

 

Ungenügende Einwirkzeit Um den geforderten Desinfektionserfolg gewährleisten zu können,  ist die Einwirkzeit zwingend einzuhalten, da es sich bei einer Desinfektion um eine Kinetik (zeitlicher Ablauf einer chemischen Reaktion) handelt.
Ungenügende Bedeckung des Desinfektionsgutes    Bei Lufteinschlüssen und unvollständiger Bedeckung der Instrumente oder der Haut kommt das Desinfektionsmittel nicht ausreichend mit den Mikroorgansimen in Kontakt.
Eiweißfehler Bei Verschmutzungen mit hoher Eiweißbelastung verbraucht sich das Desinfektionsmittel mit diesem Eiweiß der Verschmutzung und kann dann nicht mit dem Protein der Krankheitserreger reagieren.
Seifenfehler Verschiedene Desinfektionsmittel flocken aus, wenn sie mit Seifen gemischt werden, und stehen dann nicht mehr für die Desinfektion zur Verfügung.
Temperaturfehler Das Desinfektionsmittel kann beim Abmischen mit zu warmem Wasser verstärkt verdunsten. Auch die Oberflächentemperatur der zu desinfizierenden Flächen muss kontrolliert werden.
Dosierungsfehler Eine Unterdosierung führt zum Wirkungsverlust des Desinfektions-mittels, eine Überdosierung kann zu Geruchsbelästigung und anderen störenden Faktoren führen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Reinigungsverfahren im Gesundheitswesen, Behrs Verlag, 07/2015, Susanne Dolstra